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🚨 Alle Jahre wieder – und offenbar lernen wir nichts daraus. - "Gratis abzugeben"

  • Autorenbild: Tierschutzverein Tierleben
    Tierschutzverein Tierleben
  • 31. Juli
  • 3 Min. Lesezeit
Tiere sind keine Waren

Jedes Jahr wiederholen sich dieselben traurigen Muster.


🌸 Ostern: Plötzlich verschwinden auffallend viele Katzen.


☀️ Sommerferien: Tierheime und Tierschutzvereine erhalten zahlreiche Anfragen von Menschen, die ihre Tiere nicht mehr behalten können oder wollen. Gleichzeitig füllen sich die bekannten Inserateplattformen mit Angeboten wie "Gratis abzugeben", "Zu verschenken" oder "Muss dringend weg."


Und nein – das betrifft längst nicht nur Katzen.


Auch Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel und viele andere Tiere werden gerade in den Sommermonaten regelmässig an die nächstbeste Hand verschenkt.


❄️ Winter und Weihnachten: Dann beginnt die nächste Welle. Plötzlich wünscht sich gefühlt Gott und die halbe Welt eine Katze, einen Hund oder ein anderes Haustier.

Niedlich soll es sein, klein, kuschelig und möglichst sofort verfügbar.


Katzen Hunde Tiere zu verschenken

Und wenige Monate später?


Dann kostet das Tier Zeit. Es kostet Geld. Es verliert Haare, macht Arbeit und passt plötzlich nicht mehr in den Alltag.


Genau dann tauchen die ersten Inserate wieder auf.

"Gratis abzugeben."


Zwei Worte, die uns jedes Mal aufs Neue nachdenklich machen.


Wir waren heute wieder auf mehreren Inserateplattformen unterwegs. Bereits auf der ersten Seite fanden wir zahlreiche Tiere, die verschenkt wurden – Katzen, aber eben auch andere Tierarten.


Und ehrlich?


Es macht uns wütend.


Nicht, weil jemand in eine schwierige Lebenssituation geraten ist. Das kann jedem passieren.


Sondern weil Tiere immer noch wie Dinge behandelt werden, die man möglichst schnell loswerden möchte.


"Gratis abzugeben" – warum wir das kritisch sehen.


Eine Katze, ein Hund oder ein Kaninchen hat keinen Preis – aber einen Wert.

Und genau dieser Wert geht mit einem "Gratis abzugeben"-Inserat leider oft verloren.

Wer ein Tier verschenkt, weiss häufig gar nicht, wer sich meldet. Die erste Person schreibt, holt das Tier ab und verschwindet wieder.


Hat diese Person überhaupt Erfahrung?


Hat sie genügend Zeit?


Kann sie sich Tierarztkosten leisten?


Hat sie sich mit der jeweiligen Tierart beschäftigt?


Ist sie bereit, Verantwortung für die nächsten 10, 15 oder sogar 20 Jahre zu übernehmen?


Oder ist das Tier einfach kostenlos und deshalb gerade interessant?


Natürlich gibt es Menschen, die einer gratis abgegebenen Katze oder einem Hund ein wunderbares Zuhause schenken.


Aber leider gibt es ebenso Menschen, die sich genau deshalb melden, weil das Tier nichts kostet.


Und genau das macht diese Form der Vermittlung so riskant.


Was viele neue Halter dann erleben...


Bei privaten Abgaben fehlen häufig wichtige Informationen.


Ist das Tier gechippt?


Ist es geimpft?


Ist es kastriert?


Bestehen Krankheiten?


Gibt es Verhaltensauffälligkeiten?


Wie verhält es sich mit Kindern oder anderen Tieren?


Leider werden Impfungen, Chip, Kastration oder regelmässige tierärztliche Kontrollen bei privaten Abgaben noch immer viel zu oft vernachlässigt. Für neue Halter können dadurch hohe Tierarztkosten und unerwartete Herausforderungen entstehen.


Darum sind Tierheime und Tierschutzvereine so wichtig.


Wer ein Tier aus einem Tierheim oder einem seriösen Tierschutzverein übernimmt, erhält weit mehr als "nur" ein Tier.


Die Tiere werden – soweit möglich – geimpft, gechippt, kastriert und tierärztlich versorgt.


Mindestens genauso wichtig ist aber die persönliche Beratung.

Denn viele Vorstellungen über die Tierhaltung stammen aus einer Zeit, in der man es schlicht nicht besser wusste.


Heute wissen wir, wie wichtig Beschäftigung, geistige Auslastung, Ruhephasen, Fellpflege, eine passende Ernährung und eine artgerechte Haltung wirklich sind.

Tierheime und Tierschutzvereine vermitteln deshalb nicht einfach Tiere.

Sie vermitteln Wissen.


Und genau dieses Wissen entscheidet oft darüber, ob ein Tier sein Zuhause für immer behalten darf.


Die Schutzgebühr ist dabei keine Einnahmequelle.

Sie ist ein Beitrag zu den entstandenen Tierarztkosten und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Anschaffung eines Tieres bewusster erfolgt.


Was haltet ihr davon?

Glaubt ihr, das Problem betrifft nur Katzen?


Wir leider nicht.


Wir finden regelmässig Inserate von Hunden, die an die nächstbeste Hand verschenkt werden, genau so formuliert. Dasselbe sehen wir bei Kaninchen, Meerschweinchen, Vögeln und vielen weiteren Tierarten.


Für uns ist das hoch riskant und zeigt, wie dringend mehr Aufklärung nötig ist.

💬 Wie seht ihr das?


Sollte es überhaupt möglich sein, Tiere einfach über Inserate kostenlos an unbekannte Personen abzugeben? Oder braucht es vor allem mehr Aufklärung und Verantwortung?

Wir sind gespannt auf eure Meinung.




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Tierschutzverein Tierleben - im Haus der Tiere | Kreuzlingerstrasse 14, 8584 Opfershofen






 
 
 

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